Artikel über Großsteingräber, die in der Nordwest-Zeitung erschienen sind
Artikel vom 24.3.2009 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline
(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

Route zu den Großsteingräbern
TOURISMUS    „Straße der Megalithkultur“ durch Steinkimmen und Stenum
EINE VON 150 DEUTSCHEN FERIENSTRAßEN FÜHRT JETZT DURCH GANDERKESEE. IN STEINKIMMEN ENTSTEHT EIN LEHRPFAD.
VON GERRET VON NORDHEIM

Foto: Auch die touristische Attraktivität der Steingräber in Steinkimmen soll von der „Straße der Megalithkultur“ profitieren. BILD: VON NORDHEIM

GANDERKESEE - Neigt sich der Winter dem Ende zu, sieht man die heimische Landschaft im ersten Licht der Frühlingssonne mit anderen Augen. Bei einer Spazierfahrt durch Stenum, über grünende Wiesen und sonnenbeschienene Äcker bis nach Ganderkesee und weiter in Richtung Steinkimmen ertappt man sich gar bei Urlaubsgefühlen. Es überrascht nicht mehr, dass genau diese Route seit Kurzem eine von etwa 150 deutschen Ferienstraßen markiert.
Nach dem Vorbild der „Deutschen Märchenstraße” oder der „Weinstraße” gibt es nun die „Straße der Megalithkultur”. Die rund 5000 Jahre alten Megalithen haben für die Geschichte der Menschheit eine epochale Bedeutung. Sie sind Zeugen der Zeit, in der unsere Vorfahren begonnen haben, sesshaft zu werden.

Start der insgesamt 330 Kilometer langen Ferienroute ist Oldenburg. Von dort geht es vorbei an den Hünengräbern in Stenum und Steinkimmen durch das Oldenburger Münsterland und das Emsland bis ins Osnabrücker Land. 35 Stationen sind entlang der „Megalith-Straße” zu den jeweiligen Monumenten ausgewiesen. Der ausgeschilderte Weg zum Pestruper Gräberfeld oder den Kleinenkneter Steinen führt direkt durch den Ganderkeseer Ortskern. Auch Visbeker Braut und Bräutigam liegen an der Route.

Die Idee zu dieser einzigartigen Kulturstrecke entstand im Emsland sowie in der Wildeshauser Geest. „Wir konnten den Grundstock der dort existierenden Projekte nutzen“, erklärt Anne Wunderwald, Projektleiterin und -Koordinatorin der Megalithstraße. Die Ausschilderung der „Straße der Megalithkultur” sei nur ein erster Schritt, das Projekt stecke noch „in den Kinderschuhen“. Ein 200 Seiten starker Reiseführer ist in Arbeit, auch ein eigener Internet-Auftritt sowie die Vermarktung auf Messen und in Tourismuskatalogen sind geplant.

In Ganderkesee wird derzeit pünktlich zur offiziellen Eröffnung Anfang Mai an einem Weg gearbeitet, der die beiden Großsteingräber in Steinkimmen verbinden soll. Der Ganderkeseer Archae-Verein plant hier einen archäologischen Lehrpfad mit Schautafeln. „Die Stationen an der Straße sollen auch weiterhin gepflegt und fortentwickelt werden“, erklärt Wunderwald. Zu diesem Zweck werde derzeit Geld für eine Bestandsanalyse akquiriert.

Weitere Aktionen, um die Route bekannt zu machen, sind in Vorbereitung. So kann sich Wunderwald gemeinsame Projekte mit anderen europäischen Megalith-Regionen vorstellen – „wir strecken unsere Fühler aus.“ Außerdem sei ein Ziel die Anerkennung als „europäische Kulturstraße”. Mittelfristig für nicht ausgeschlossen hält Wunderwald die Idee, die „Straße der Megalithkultur ” fortzuführen – etwa in die Niederlande.


zuletzt geändert am 24.3.09