Artikel über urgeschichtliche Denkmäler und den Förderverein, die in der Nordwest Zeitung erschienen sind
Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)


Artikel vom  25.9.2010 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Moorschnucken weiden an der Glaner Braut
CDE

GLANE - Das Forstamt Ahlhorn setzt auf der Glaner Heide wieder eine Herde von 60 Moorschnucken ein. Seit Montag grasen dort die Schafe von Schäfer Jan Teerling aus dem Raum Diepholz. Bis Anfang Oktober werden sie dort in einer eingezäunten Fläche weiden. Die Aufsicht hat die Schäferin Regina Kolhoff aus Wildeshausen. Mit der knapp 1500 Euro teuren Maßnahme will das Forstamt auf lange Sicht den Faulbaum aus der Glaner Heide verdrängen. Die Ausbreitung des Faulbaumes ist derzeit das größte Problem in dem Naturschutzgebiet, weil er der Heide das nötige Licht für das Wachstum nimmt (die NWZ berichtete). Die Schafe werden in den nächsten zwei Wochen die Blätter des Faulbaumes fressen. Die übrig geblieben Stängel werden mit einem Freischneidegerät entfernt.


Artikel vom  16.9.2010 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Heide erfordert viel Fingerspitzengefühl
Ortstermin Forstamt Ahlhorn setzt bei der Pflege in Glane auf den Einsatz von Moorschnucken
Das Problem ist der Faulbaum. Er verhindert das Wachsen der Heide in Glane.
VON ULRICH SUTTKA

GLANE - An einigen Stellen rund um die Glaner Braut blüht die Heide derzeit noch sehr schön. Besonders direkt bei den Großsteingräbern ist das der Fall. Aber es gibt andere Flächen des Naturschutzgebiets rund um die vier Großsteingräber, wo es nur noch grünt und das Lila der Heide verschwunden ist. Diese „Versteppung“ beklagt der Bürger- und Heimatverein Dötlingen (die NWZ berichtete). Jörn Schöttelndreier, Waldökologe beim Forstamt Ahlhorn, spricht lieber von „Vergrasung“. Die Kritik am Zustand der Heideflächen versteht er aber, ebenso wie Revierförster Karl-Heinz Frese und Bernd Lögering und Georg Schinnerer vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg. Das machten sie am Mittwoch bei einem Ortstermin in Glane deutlich.

„Das gefällt uns nicht“, so Schöttelndreier über den Heide-Flickenteppich. Allerdings könne von Untätigkeit, wie sie der Bürger- und Heimatverein kritisiert hat, nicht die Rede sein. Vielmehr waren sich die Experten einig, dass die Pflege von Heideflächen ein sensibles und schwieriges Thema sei, bei dem es keine schnellen Patentrezepte gebe. Das Problem in Glane ist die massive Ausbreitung des Faulbaums, der die Heide verdrängt. Vor drei Jahren ist ein Schlepper mit einem Mulchgerät über das Gelände gefahren, habe die Sträucher abgefräst und das Material aufgefangen. Zusätzliche Nährstoffe sollten nämlich nicht in den Boden kommen. Rund 2700 Euro kostete diese Maßnahme, berichtete Revierförster Frese. Der Erfolg sei „temporär“ gewesen. „Die Bäume schlagen wieder aus“, so Schöttelndreier.

Im Frühjahr 2010 setzte das Forstamt auf eine Herde von 60 Moorschnucken auf dem Areal (Kosten: fast 1500 Euro). „Wir haben jetzt einen wunderbaren Schäfer mit Jan Teerling. Das läuft hervorragend“, so Schöttelndreier. Was auf dem ungleich größeren Pestruper Gräberfeld (32 Hektar) mit einer eingezäunten Fläche für die Schafe sehr gut funktioniere, sei auf der kleineren, abgelegeneren Fläche an der Glaner Braut schwieriger. Wichtig sei nämlich, dass die Schnucken tagsüber fressen und abends möglichst nicht mehr direkt auf den Heideflächen „abkoten“.
Kurzfristig soll jetzt die Herde ein zweites Mal in Glane eingesetzt werden. Dabei soll das Ende der Heideblüte abgewartet werden. Im nächsten Jahr soll dann verfolgt werden, was das Fressen der Schnucken gebracht hat. „Wir möchten einen möglichst geringen maschinellen Einsatz“, so Schöttelndreier über den sensiblen Bereich, in den „ganz viel Fingerspitzengefühl“ gefragt sei und auch die Interessen der Archäologie zu wahren seien. „Wir hoffen, dass die Schnucken das hinkriegen“, so Förster Frese, ohne ergänzende Freischneidearbeiten auszuschließen.

Der Landkreis setze bei einer Heidefläche in Aumühle auf den Einsatz eines starken Rasenmähers, so Bernd Lögering, bisher mit guten Erfahrungen. Georg Schinnerer erläuterte, dass Heideflächen ein Zwischenstadium zum Wald seien. Diesen Zustand möchte man erhalten, was aber nicht einfach sei.
Die Glaner Braut besteht aus einem Ensemble von vier Großsteingräbern. Sie liegt auf Wildeshauser Gebiet, nah am Westufer der Hunte, und ist auch Teil des beliebten Wanderwegs „Huntepadd“ nach Dötlingen. Für die Pflege des staatseigenen Naturschutzgebietes ist das Forstamt Ahlhorn zuständig. Die Heideflächen seien rund acht Hektar groß, hieß es am Mittwoch beim Ortstermin.

Foto: Ortstermin bei der Glaner Braut: (von links) Bernd Lögering (Naturschutzbehörde beim Landkreis), Revierförster Karl-Heinz Frese, Monia Krickhahn (Studienpraktikantin beim Landkreis), Georg Schinnerer (Naturschutzbehörde) und Jörn Schöttelndreier (Forstamt). Im Vordergrund steht der Faulbaum, dessen Ausbreitung derzeit das größte Problem in dem Naturschutzgebiet ist und der die Heide zusehends verdrängt. BILD: Ulrich Suttka

 


zuletzt geändert am  25.9.10